Aktuelles

Tier-Liegeplatz-Verhältnis und Tier-Fressplatz-Verhältnis

Der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) teilt folgendes zum Fress-/Liegeplatzverhältnis bzw. zur Belegung in Laufställen mit:

In seiner Eigenschaft als Regionalstelle QM-Milch in Bayern wurde der VMB seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem StMUV über die geltenden Tierschutzanforderungen informiert. Bezüglich des Tier-Liegeplatz-Verhältnisses sind zwar sowohl im Tierschutzgesetz wie auch in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung keine konkreten Anforderungen enthalten.

Jedoch ist im europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen aus dem Jahr 1988 (!) festgelegt, dass bei Laufstallhaltung die Zahl der aufgestallten Tiere die Zahl der verfügbaren Liegeboxen nicht überschreiten darf.

Hier lesen Sie: Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen.

Diese Empfehlung ist dem aktuellen Schreiben zufolge verbindlich und bei behördlichen Entscheidungen zwingend zu beachten. Deswegen ist ein Überbesatz an Tieren, im Verhältnis zu den vorhandenen Liegeplätzen, in der Laufstallhaltung bei Milchviehhaltung nicht zulässig.

Im aktuellen Standard von QM-Milch ist das Kriterium "ausreichend Liegeraum" kein KO-Kriterium. Eine Nichterfüllung ergibt 0 Punkte, eine Überbelegung mit maximal 10 Prozent wird akzeptiert und bringt 1 Punkt, keine Überbelegung 2 Punkte.

Die Behörden tragen diese vom QM-MILCH e.V. für den aktuellen Standard getroffene praktikable Lösung nicht mit. Wie mit dem noch zwei Jahre geltenden Standard verfahren wird, muss in den Gremien von QM-Milch e.V. diskutiert werden. Auf jeden Fall sollte der erneute Hinweis der bayerischen Behörden sensibilisieren.

Angesichts der laufenden Debatten um das Tierwohl haben die Milchviehhalter in dieser Frage leider keine guten Karten, von den Vorgaben deutlich abweichen zu dürfen. Ebenso verhält es sich mit dem Tier-Fressplatz-Verhältnis. Alle Tiere müssen täglich angemessenen Zugang zu geeignetem Futter haben, hier wird in der bereits angesprochenen Vorgabe konkret ein Verhältnis von 1:1 vorgegeben. Ausnahmen werden bei freier Verfügbarkeit von Raufutter (Verhältnis 1,2:1) und beim Einsatz von "Melkrobotern" (Verhältnis maximal 1,5:1) gewährt.

Was passiert jetzt in der praktischen Umsetzung? Der VMB meint, dass eine nochmalige Sensibilisierung für dieses Thema bei unseren Milchvieh haltenden Betrieben auf jeden Fall erfolgen sollte. Denn die Kontrollbehörden haben auf der oben zitierten rechtlichen Grundlage die Möglichkeit, die Anzahl der Tiere an die baulichen Gegebenheiten anzupassen, sprich eine Reduzierung anzuordnen. „Eine Unterstützung von tierschutzgerechten und auch praktikablen Lösungen können unsere Landwirte leider weder von Gesellschaft noch von Verbraucher und auch nicht von Wissenschaftlicher Seite erwarten!“ so der VMB in seiner Meldung (http://www.milcherzeugerverband-bayern.de/tierschutzanforderungen).

Welche konkreten Auswirkungen sind auf die Kontrolltätigkeit in Bayern zu erwarten?

Aktuell ist noch nicht abzusehen, wann und wie der QM-Milch e.V. auf diese neue Lage reagieren wird. Die Auditoren des Milchprüfring Bayern e.V. bzw. der milchZert GmbH werden aber – wie üblich – strikt nach den Vorgaben des Standards vorgehen, das heißt, dass sich aktuell gegenüber der bisherigen Kontrollpraxis keine Änderungen ergeben, solange sich die Vorgaben des Standards nicht ändern.

Nichtsdestotrotz werden die Auditoren angehalten die Thematik anzusprechen und entsprechend der Faktenlage im Sinne der Regionalstelle QM-Milch zu informieren.

31.01.2018 – milchZert GmbH - Milchprüfring Bayern e.V.

7.000 Lebensmittel mit "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung

Die "Ohne Gentechnik"-Branche entwickelt sich sehr dynamisch. Wie der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) meldete, stieg die Anzahl der Mitglieder und Lizenznehmer des VLOG in den vergangenen 12 Monaten um 52 Prozent auf über 700 Unternehmen. Die Lebensmittelhersteller werden in diesem Jahr mehr als 4,6 Milliarden Euro mit den über 7.000 Lebensmitteln umsetzen die mittlerweile das "Ohne GenTechnik"-Siegel tragen.

Die vom VLOG vertretene "Ohne Gentechnik"-Branche entwickelt sich bisher ungebremst positiv. Die Anzahl der Lebensmittel, die mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel gekennzeichnet sind, stieg in den letzten 12 Monaten um 45 Prozent. Die umsatzstärksten Segmente sind Milchprodukte, Eier und Geflügelfleisch. Diese Entwicklung ist gut für die Umwelt, weil weniger Gentechnik-Pflanzen in den Futtertrögen unserer Nutztiere landen und weniger auf den Äckern angebaut werden – in Europa und weltweit. Und sie ist gut, weil die Verbraucher damit die Wahlfreiheit haben, selber zu entscheiden, ob sie mit Ihrem Konsum Gentechnik-Pflanzen fördern oder verbannen wollen.


Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. repräsentiert Lebensmittelhersteller und -händler sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche der Lebensmittelproduktion. Er setzt sich für eine Lebensmittelerzeugung ohne Gentechnik ein, betreibt Verbraucheraufklärung und vergibt für entsprechend hergestellte Lebensmittel Lizenzen für das einheitliche Siegel „Ohne GenTechnik“. Der Verband vertritt mehr als 600 Mitglieder und Lizenznehmer.

Quelle: VLOG

 

4,4 Mrd. € Umsatz mit "Ohne GenTechnik"-Lebensmitteln

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) ist weiter auf Erfolgskurs. Mit über 6.000 Lebensmitteln, die das staatliche "Ohne GenTechnik"-Siegel tragen, werden 2017 über 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zudem begrüßt der VLOG mit Bunge Deutschland GmbH das 500. Unternehmen in seinen Reihen. Die Bunge Unternehmensgruppe zählt zu den drei weltgrößten Agrarhändlern.


„Lebensmittel mit ‚Ohne GenTechnik‘-Kennzeichnung nehmen einen festen Platz in den deutschen Supermarktregalen ein. 4,4 Mrd. Euro Umsatz zeugen von großer Verbraucherakzeptanz und der Leistungsfähigkeit dieser Branche.“, zieht Alexander Hissting, Geschäftsführer des VLOG, zufrieden Bilanz. Die umsatzstärksten Segmente sind Milchprodukte, Eier und Geflügelfleisch.


Das mit Abstand umsatzstärkste "Ohne Gentechnik"-Sortiment stellen die Milchprodukte mit 2,44 Milliarden Euro bei 1.599 Produkten dar. Damit erzielen sie 55 Prozent aller Umsätze von Lebensmitteln mit "Ohne GenTechnik"-Siegel. Im Produktbereich Eier sind 1.688 Lizenzen für das "Ohne GenTechnik"-Siegel vergeben und die Eiervermarkter setzen damit 690 Millionen Euro um. Das Segment Geflügelfleisch umfasst 1.392 Artikel und einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro.


 

Der VLOG geht von einem weiter stark wachsenden Markt aus. Die Anzahl an Lebensmitteln mit "Ohne GenTechnik"-Siegel wuchs im ersten Quartal 2017 um 12,5 Prozent. Zum 1.4.2017 wurden 6.170 Artikel mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel gekennzeichnet. Der Umsatz mit Lebensmitteln, die das "Ohne GenTechnik"-Siegel tragen, wird dieses Jahr erstmals durch den VLOG erhoben. Die Angaben zu den "Ohne GenTechnik"-Umsätzen beruhen auf Prognosen für das Jahr 2017. Sie stammen von den Lebensmittelherstellern, die das Siegel nutzen und spiegeln deren Verkaufspreise wieder. Auf Grundlage einer durchschnittlichen Handelsspanne liegen die Umsätze von Lebensmittel mit "Ohne GenTechnik"-Siegel im Lebensmitteleinzelhandel etwa 20 Prozent höher.

 

Quelle: VLOG

QS-System: 50.000 Audits in 2016

97 Prozent aller QS-Audits 2016 wurden erfolgreich bestanden. Damit stellen die Vertragspartner im QS-System erneut unter Beweis, dass sie die QS-Anforderungen zuverlässig und gewissenhaft erfüllen. In 631 Fällen wurde bei Verstößen ein Sanktionsverfahren eröffnet. Der Sanktionsbeirat verhängte Vertragsstrafen in einer Gesamthöhe von 143.000 €, Sperren für die Lieferung in das QS-System sowie verstärkte Kontrollen.


In 50.468 Audits beurteilten die im QS-System zugelassenen Auditorinnen und Auditoren die Einhaltung von QS-Anforderungen, einschließlich der gesetzlichen Vorgaben. Von 36.839 Audits in der Systemkette Fleisch und Fleischwaren wurden 26.903 Kontrollen in der Rind-, Schwein- und Geflügelhaltung durchgeführt, gefolgt von 5.741 Kontrollen im Lebensmitteleinzelhandel und 1.276 in der Futtermittelwirtschaft. In der Systemkette Obst, Gemüse und Kartoffeln wurde in insgesamt 13.629 Audits die Qualitätssicherung bei den Vertragspartnern des QS-Systems unter die Lupe genommen. Ergänzend wurde in zufällig ausgewählten Stichprobenaudits geprüft, ob die Betriebe die Anforderungen zwischen den regelmäßig durchgeführten Audits stetig einhalten.

Zur weiteren Überprüfung und für ein konsequentes Vorgehen sorgten auch die Sonderaudits, die unmittelbar von QS durchgeführt wurden, um die Zuverlässigkeit und Stabilität des QS-Systems zu sichern. „Die Vorfälle und Medienberichterstattung im 2. Halbjahr 2016 haben uns dazu veranlasst, kurzfristig zusätzliche Kontrollen durchzuführen. Die Anzahl der Audits ist nochmals gestiegen. Dies ist einerseits in der weiteren Zunahme der Teilnehmer begründet und andererseits in der gestiegenen Auditfrequenz “, erklärt Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH. „Die engmaschige Kontrollsystematik stärkt die Vertrauensbasis zwischen allen Beteiligten des QS-Systems.
Jeder muss sich auf die Leistung des anderen verlassen können“.
 

                                                                                                                          

                                                                                                                  Verstöße konsequent geahndet

Gravierende Verstöße ziehen den Entzug der QS-Zulassung nach sich und werden durch die Eröffnung eines Sanktionsverfahrens konsequent aufgearbeitet. Im Jahr 2016 verhandelte der QS-Sanktionsbeirat insgesamt 631 Fälle, davon 456 Verstöße in der Tierhaltung und 111 Verstöße gegen die QS-Anforderungen bei der Erzeugung von Obst, Gemüse und Kartoffeln. Es wurden Vertragsstrafen in Höhe von 143.000 € verhängt.

In 116 Fällen sprach der Sanktionsbeirat eine befristete Sperrung der Betriebe aus. Zwei Betriebe wurden dauerhaft vom QS-System ausgeschlossen. Neben Tierschutzverstößen oder der Überschreitung von Rückstandshöchstgehalten bei Pflanzenschutzmitteln wurden u.a. auch Verstöße bei der Umsetzung des Futtermittelmonitorings geahndet. Die Mittel aus den verhängten Vertragsstrafen fließen in die zwei gemeinnützigen QS-Wissenschaftsfonds. Hieraus werden Forschungsprojekte in den Themenbereichen Lebensmittelsicherheit, Qualitätssicherung und Tierschutz gefördert. Seit Einrichtung der Fonds im Jahr 2012 wurden bereits 22 Projekte mit einer Fördersumme von insgesamt 530.000 € unterstützt.

 

Weitere Infos erhalten Sie unter www.q-s.de

Kastrationsausstieg - Infoportal für Landwirte

                                                                                                             Unter www.kastrationsausstieg.de können sich Landwirte umfassend über die Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration informieren. Zahlreiche Praxistipps, Studienergebnisse und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse helfen, die Vor- und Nachteile aller Methoden abzuwägen. Durch die rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema können Schweinehalter die Wahl der für ihren Betrieb idealen Methode treffen.

Der von der Gesellschaft geforderte Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration wird ab dem 1. Januar 2019 rechtskräftig. Die Ankündigung führender Lebensmitteleinzelhändler, die Forderungen noch weit vor Fristbeginn umzusetzen, versetzt Landwirte in Zugzwang. Bereits jetzt stehen im Hinblick auf Tierwohl und Verbrauchererwartung bessere Alternativen zur Verfügung.

Auf der neuen praxisnahen Homepage werden zahlreiche betriebsspezifische Fragen beantwortet und biologische Vorgänge beim Schwein anschaulich erläutert. Dabei werden alle Produktionsschritte von der Aufzucht über die Mast bis hin zu Schlachtung und Verarbeitung auf ihre Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit hin durchleuchtet. Auf der Webseite finden sich detaillierte Informationen zu den drei gängigen Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration: Die Impfung gegen Ebergeruch, die Jungebermast und die Kastration unter Betäubung.

Frühzeitig informiert können Schweinehalter die beste Methode für sich auswählen - für eine erfolgreiche, tiergerechte und zukunftsfähige Landwirtschaft. 

Quelle: Zoetis

Neue Leitung milchZert GmbH

Stephan Czech ist Absolvent des Studienganges „Agrarmarketing und –management“ der Hochschule Weihenstephan und ist nach Tätigkeiten in der Wirtschaft seit Januar 2016 bei der milchZert GmbH beschäftigt. Sein bisheriges Aufgabengebiet – die Koordination des Bayerischen Rohmilch-Monitorings (BayMiMon) – wird er weiterführen. BayMiMon ist ein Gemeinschaftsprojekt der bayerischen Milchwirtschaft, welches die Rückstandsfreiheit der Rohmilch sicherstellen und dokumentieren soll.

Die milchZert GmbH wurde im Oktober 2014 gegründet und ist eine 100 %-ige Tochter des Milchprüfring Bayern e.V. Kernkompetenz der milchZert GmbH sind Zertifizierungen und Monitoringprogramme für den Bereich der Milcherzeugung. Zum Portfolio gehören derzeit Audits für QM-Milch 2.0, Audits nach dem VLOG-Standard im Rinderbereich, Audits für Heumilch g.t.S. sowie Audits für das Tierschutzlabel des deutschen Tierschutzbundes bei milchviehhaltenden Betrieben.

 

 

 

Zum Jahresbeginn 2017 ist die Leitung der Zertifizierungsstelle der milchZert GmbH von Reinhard Foth auf Stephan Czech (rechts) übertragen worden.